StartseiteGottesdienst feiernGottesdienst für zu Hause - 31. Januar 2021

Gottesdienst für zu Hause - 31. Januar 2021

Gottesdienst von Pfarrer Dr. Oliver Groll

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

„Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“

Mit dem Wochenspruch aus Jes 60 heiße ich Sie alle herzlich willkommen zum Gottesdienst am letzten Sonntag nach dem Erscheinungsfest.

„Gott ist gegenwärtig“ von Lied Nr. 165 die Str. 1, 5 u. 6

anhören

 

1. Gott ist gegenwärtig.

Lasset uns anbeten

und in Ehrfurcht vor ihn treten.

Gott ist in der Mitte.

Alles in uns schweige

und sich innigst vor ihm beuge.

Wer ihn kennt, wer ihn nennt,

schlag die Augen nieder;

kommt, ergebt euch wieder.

5. Luft, die alles füllet,

drin wir immer schweben,

aller Dinge Grund und Leben,

Meer ohn Grund und Ende,

Wunder aller Wunder:

ich senk mich in dich hinunter.

Ich in dir, du in mir,

lass mich ganz verschwinden,

dich nur sehn und finden.

6. Du durchdringest alles;

lass dein schönstes Lichte,

Herr, berühren mein Gesichte.

Wie die zarten Blumen

willig sich entfalten

und der Sonne stille halten,

lass mich so still und froh

deine Strahlen fassen

und dich wirken lassen.

Wir beten den Hymnus aus dem Kolosserbrief – im Gesangbuch finden Sie ihn unter der Nr. 765

Jesus Christus spricht: 

ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, 

der Anfang und das Ende.
Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, 

der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 

Denn in ihm ist alles geschaffen, 

was im Himmel und auf Erden ist, 

das Sichtbare und das Unsichtbare, 

es seien Throne oder Herrschaften 

oder Mächte oder Gewalten; 

es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 

Und er ist vor allem, 

und es besteht alles in ihm. 

Und er ist das Haupt des Leibes, 

nämlich der Gemeinde. 

Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, 

damit er in allem der Erste sei. 

Denn es hat Gott wohlgefallen, 

dass in ihm alle Fülle wohnen sollte 

und er durch ihn alles mit sich versöhnte, 

es sei auf Erden oder im Himmel, 

indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. 

 

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, Amen

Den Hymnus vorlesen

Gebet

Herr Jesus Christus!

Wie die Sonne uns keinen Tag im Dunkel lässt
– lass mir so deine Treue wieder aufgehen.
Öffne mir den Weg durch das hindurch,
was Sorgen macht, was Angst einjagt,
und stelle mich richtig auf meine Füße:
Nicht mutlos, nicht hoffnungslos gelähmt,
sondern aufgerichtet, mit erhobenem Haupt,
erhoben zu dir, meine Sonne, mein Licht.
Amen.

Gebet vorlesen

Wir beten in der Stille.

 

Lieber Vater im Himmel! Du hörst unser Gebet. Dafür danken wir dir. Amen.

„Ich will dich lieben, meine Stärke“ – von Lied Nr. 400 die Str. 1, 5 u. 6

anhören

 

1) Ich will dich lieben, meine Stärke,
ich will dich lieben, meine Zier;
ich will dich lieben mit dem Werke
und immerwährender Begier!
Ich will dich lieben, schönstes Licht,
bis mir das Herze bricht.

5) Ich danke dir, du wahre Sonne,
dass mir dein Glanz hat Licht gebracht;
ich danke dir, du Himmelswonne,
dass du mich froh und frei gemacht;
ich danke dir, du güldner Mund,
dass du mich machst gesund.
6) Erhalte mich auf deinen Stegen
und lass mich nicht mehr irregehn;
lass meinen Fuß in deinen Wegen
nicht straucheln oder stillestehn;
erleucht mir Leib und Seele ganz,
du starker Himmelsglanz.

Predigttext 2. Petrus 1, 16-19

 

Die Verklärung Jesu und das prophetische Wort
Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Predigttext vorlesen

Predigt anhören

Predigt über 2. Petr 1, 16-19

 

Was in der Bibel steht ist doch alles frei erfunden. Irgendwelche Menschen haben sich das ausgedacht und aufgeschrieben. Diese Geschichten über Gott und über Jesus sind ja vielleicht ganz nett, aber ob das tatsächlich so auch stattgefunden hat? Da habe ich schon meine Zweifel. Das sind halt fromme Märchen, die es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nehmen. – Liebe Gemeinde, Sätze wie diese sind uns vertraut; wir hören sie immer wieder. Und seien wir ruhig ehrlich: Es sind ja nicht immer nur die anderen, die die Wahrheit der biblischen Botschaft in Zweifel ziehen. Wer von uns könnte schon von sich selbst behaupten, so etwas wie Zweifel noch nie erlebt zu haben? - Nein, auch bei uns keimt er manchmal auf; auch in unseren Herzen versucht er ab und zu, sich einzunisten: Der Zweifel, die kritische Frage: Stimmt das wirklich, was ich da glaube? Oder anders herum: Was wäre eigentlich, wenn ich da nur einer frommen Lüge aufgesessen wäre? Was wäre, wenn doch diejenigen Recht hätten, die sagen, dass alles nur Einbildung ist; dass die biblischen Schriftsteller das alles frei erfunden haben?  - Liebe Gemeinde, der Zweifel ist kein neues Phänomen. Das kann man nicht einfach der Neuzeit, dem Zeitalter der Aufklärung oder der modernen Wissenschaft – gar der modernen Bibelwissenschaft - in die Schuhe schieben. Nein, bereits im Urchristentum hat es diesen Zweifel gegeben. Bereits die ersten Christen sahen sich mit genau dieser Behauptung konfrontiert: Was ihr da von diesem Jesus erzählt; dass ausgerechnet dieser armselige Wanderprediger Gottes Sohn sein soll. Und vor allem auch euere Behauptung, dass dieser Jesus immer noch lebe, obwohl er doch ganz eindeutig am Kreuz gestorben ist; ja, dass er von den Toten auferstanden sei und dass er eines Tages wiederkomme, um zu richten die Lebenden und die Toten: Das ist doch alles Humbug, das sind doch alles fromme Märchen, ausgeklügelte Fabeln. - Bereits die ersten Christen mussten sich mit solchen Vorwürfen auseinandersetzen. Und so hören wir jetzt auf Worte des Apostels Petrus – aus 2. Petr 1 die Verse 16-19

 

Liebe Gemeinde, auch in unseren Herzen muss es hell werden, muss der Morgenstern aufgehen. Denn wenn der Tag anbricht, schwindet die Nacht. Wenn Jesus Christus, wenn sein Heiliger Geist von unserem Herzen Besitz ergreift, dann bleibt für den Zweifel kein Raum mehr, um sich bei uns einzunisten. - Doch zunächst die Frage: Wie können wir denen begegnen, die uns einzureden versuchen, dass die biblischen Berichte alle nur frei erfunden seien? – Nun: Der Apostel Petrus verweist auf das, was er mit seinen eigenen Augen gesehen und mit seinen eigenen Ohren gehört hat. Bei diesem Erlebnis auf dem Berg, bei der so genannten Verklärung Jesu, die uns auch in den Evangelien berichtet wird: Als da für einen Moment die Herrlichkeit Gottes auf dem Angesicht Jesu Christi ganz konkret sichtbar wurde: Da war Petrus live mit dabei gewesen. Er hat es selbst gesehen, wie damals das Angesicht Jesu leuchtete – so hell wie die Sonne. Und er hat sie damals mit eigenen Ohren gehört, jene Stimme vom Himmel, die dem Sohn Ehre und Preis zuteilwerden ließ: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ – Was haben wir nun also konkret in der Hand, wenn andere uns fragen – oder wenn wir uns selbst fragen -, warum die biblischen Berichte über Jesus wahr sein sollen? Nun: Wir haben diese Aussage der Apostel, der ersten Jünger Jesu. Sie sagen: Wir haben es so erlebt, wir haben es mit unseren eigenen Augen gesehen und mit unseren eigenen Ohren haben wir es gehört. Ja, liebe Gemeinde, wir haben eben diese Gewissheit: Die biblischen Berichte über Jesus gehen auf die Schilderungen derer zurück, die damals mit dabei waren. Die Botschaft des Neuen Testaments beruht auf den Augenzeugenberichten der Apostel. Wir haben nicht weniger als diese Augenzeugenberichte, aber wir haben eben auch nicht mehr. Um es offen zu sagen: Ein Augenzeugenbericht kann Dinge korrekt wiedergeben oder auch nicht. Ob Petrus zum Beispiel diese Geschichte von jenem Erlebnis auf dem Berg frei erfunden hat, oder ob er als treuer Augen- und Ohrenzeuge tatsächlich nur das wiedergibt, was er selbst live erlebt hat – rein theoretisch gesehen ist natürlich beides möglich. Wir müssen uns entscheiden, was wir für wahrscheinlicher halten. Wir müssen uns überlegen, was uns in unserem Leben mehr weiterhilft: Diese skeptische Haltung, die die biblischen Texte als rein menschliche Erfindung einstuft, oder das Vertrauen darauf, dass die auf die Apostel zurückgehenden biblischen Texte tatsächlich die Wahrheit bezeugen. Einen eindeutigen Beweis gibt es nicht. Alle vier Evangelien wurden selbstverständlich von Menschen geschrieben. Die Bibel ist nicht direkt vom Himmel gefallen. Das Wort Gottes begegnet uns nicht anders als im Wort von Menschen. - Und doch ist das Wort dieser sterblichen Menschen für uns zugleich Wort Gottes; nicht irgendein Buch, sondern ein ganz besonderes Buch. Es macht Sinn, dass die Heilige Schrift auf dem Altar in der Mitte liegt; dass sie das eigentliche Zentrum bildet und dass die angezündeten Kerzen auf dem Altar es uns vor Augen führen, dass dieses Buch für uns das Licht ist. Petrus schreibt: „Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“ Ganz nüchtern macht uns Petrus zunächst einmal darauf aufmerksam, dass es auf dieser Welt nach wie vor sehr viel Dunkelheit gibt. Auch bei uns selbst, auch in unserem eigenen Herzen spüren wir es manchmal sehr wohl: Dass das Dunkle, also das, was uns belastet und weh tut, sich nicht einfach abschütteln lässt. Wir haben keinen Lichtschalter, den wir so anknipsen könnten, dass alles Dunkle auf einen Schlag automatisch wie weggeblasen wäre. Und doch: Wir haben diese Verheißung; dass das Wort Gottes auch am dunkelsten Ort ein Licht ist. - Darauf kommt es also an: dass ein ganz konkretes Wort der Heiligen Schrift, eine ganz bestimmte Bibelstelle mich wirklich erreicht; dass dieses Bibelwort mich trifft wie der Blitz, aber im positiven Sinne. Dass ich einen Bibeltext lese oder höre und auf einmal merke: Ja, das hilft mir. Das zeigt mir, wie ich weiterleben kann. Das gibt mir Mut, Kraft und Trost. - Genau darum geht es: Dass es durch die biblischen Texte auch uns immer wieder dämmert, dass es auch in unserem Inneren hell wird, weil der Morgenstern Jesus Christus auch bei uns aufgeht. Wir können das nicht selber machen. Aber es wird gemacht werden. - Wir haben es nicht in der Hand, mit welchem Bibeltext wann und wo es geschieht. Aber wir haben dieses Versprechen: Dass es immer wieder geschehen wird: Dass der Nebel sich lichtet und uns ein Licht aufgeht; dass der Morgenstern Jesus Christus auch in unseren Herzen Wohnung nimmt und alles Dunkle vertreibt. Amen.

„Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell“ –
aus dem Heft Neue Lieder Lied Nr. 30

 

1. Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell.
Durch das Dunkel hindurch scheit der Himmel hell.
so hell soll auch die Erde sein,
steht auf, steht auf, steht auf,
so hell soll auch die Erde sein, steht auf!

 

2. Durch das Dunkel hindurch dringt ein neues Wort.
Durch das Dunkel hindurch dringt ein neues Wort.
Das Wort wird uns zur Zuversicht,
steht auf, steht auf, steht auf,
das Wort wird uns zur Zuversicht, steht auf!

 

3. Durch das Dunkel hindurch führt ein neuer Weg.
Durch das Dunkel hindurch führt ein neuer Weg.
Der Weg wird unsre Zukunft sein,
steht auf, steht auf, steht auf,
der Weg wird unsere Zukunft sein, steht auf!

 

4. Durch das Dunkel hindurch stärkt ein Bissen Brot.
Durch das Dunkel hindurch stärkt ein Bissen Brot.
Das Brot soll unser Zeichen sein,
steht auf, steht auf, steht auf,
das Brot soll unser Zeichen sein, steht auf!

Gebet anhören

Segen

Segne uns o Herr 

anhören

Wir beten:

Herr Jesus Christus!

Wir loben und preisen dich!

Denn du bist das Licht der Welt

und du hast die Macht,

es auch in unseren Herzen hell werden zu lassen.

Du bist die Auferstehung und das Leben

und kannst somit auch uns beim Aufstehen helfen.

Wir bitten dich:

Schenke uns deinen Heiligen Geist,

damit uns immer wieder neu ein Licht aufgeht,

wenn wir uns mit deinem Wort beschäftigen.

Lass es uns tatsächlich erleben:

Dass dein Wort uns tröstet und stärkt,

wenn wir traurig sind oder Angst haben.

Dass es uns aber auch in heilsamer Weise verunsichert,

wenn wir uns unserer Sache allzu sicher sind;

und dass es uns zurechtweist,

wenn wir tun, was dir nicht gefällt.

Herr, gib uns einen starken Glauben,

der alle unsere Zweifel überwindet;

und stehe uns dann bei,

wenn wir mit zweifelnden Menschen ins Gespräch kommen.

Hilf uns, dass es uns dann gelingt,

von dir und von deiner Liebe glaubwürdig zu reden.

 

Wir beten gemeinsam:

 

Vater unser im Himmel!

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.