StartseiteGottesdienst feiernGottesdienst für zu Hause - 17. Januar 2021

Gottesdienst für zu Hause 

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17. Januar 2021

Pfarrer Dr. Oliver Groll

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„Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“

Mit dem Wochenspruch aus Joh 1 heiße ich Sie alle herzlich willkommen zum Gottesdienst am 2. Sonntag nach dem Erscheinungsfest.

Lied

„Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“
– von Lied Nr. 66 die Str. 1-4

zum Anhören und Mitsingen hier klicken!

1) Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählet's den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

2) Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

3) Jesus ist kommen, der starke Erlöser,
bricht dem gewappneten Starken ins Haus,
sprenget des Feindes befestigte Schlösser,
führt die Gefangenen siegend heraus.
Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser?
Jesus ist kommen, der starke Erlöser.

4) Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens,
sein Tod verschlinget den ewigen Tod.
Gibt uns, ach höret's doch ja nicht vergebens,
ewiges Leben, der freundliche Gott.
Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens.
Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens.

(Jesuslied, Autor: Johann Ludwig Konrad Allendorf (1693 - 1773))

Wir beten den Psalm 36 
– im Gesangbuch finden Sie diesen unter der Nr. 719

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe.

Herr, du hilfst Menschen und Tieren.

Wie köstlich ist deine Güte, Gott,
dass Menschenkinder unter dem Schatten
deiner Flügel Zuflucht haben!

Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Ehr sei dem Vater

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen, Amen

anhören - mitsingen: hier klicken

Gebet

Christus, du Morgenstern,
mit deinem Licht zeigst du uns den Weg zum Leben.
Vergib uns, wenn wir die Augen vor dir verschließen. 

Christus, du Morgenstern,
dein Licht vertreibt die Finsternis.
Vergib uns unsere Angst vor dem, was kommen wird.

Christus, du Morgenstern,
in deinem Licht erkennen wir, wie wir sein sollen.
Vergib uns, wenn wir uns selbst oder jemand anderen verachten.

 

Wir beten in der Stille.

 

Lieber Vater im Himmel! Du hörst unser Gebet.
Dafür danken wir dir.
Amen.

Lied

„Jesu, meine Freude“ – von Lied Nr. 396 die Str. 1-3 u. 6

anhören und mitsingen hierklicken

 1. Jesu, meine Freude,
meines Herzens Weide,
Jesu, meine Zier.
Ach, wie lang, ach lange
ist dem Herzen bange,
und verlangt nach dir!
Gottes Lamm, mein Bräutigam,
außer dir soll mir auf Erden
nichts sonst Liebers werden.

2. Unter deinem Schirmen
bin ich vor den Stürmen
aller Feinde frei.
Laß den Satan wittern,
laß den Feind erbittern,
mir steht Jesus bei!
Ob es itzt gleich kracht und blitzt,
ob gleich Sünd und Hölle schrecken;
Jesus will mich decken.

3. Trotz dem alten Drachen,
trotz es Todes Rachen,
trotz der Furcht darzu!
Tobe, Welt, und springe;
ich steh hier und singe
in gar sichrer Ruh!
Gottes Macht hält mich in acht;
Erd und Macht muß verstummen,
ob sie noch so brummen.

4. Weicht, ihr Trauergeister,
denn mein Freudenmeister,
Jesus, tritt herein.
Denen, die Gott lieben
muß auch ihr Betrüben
lauter Sonne sein.
Duld ich schon hier Spott und Hohn,
dennoch bleibst du auch im Leide,
Jesu meine Freude.

Predigttext 

Joh 2, 1-11 Lutherbibel 2017
Die Hochzeit zu Kana

1 Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6 Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. 7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. 9 Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. 

Predigt über Joh 2, 1-11

Liebe Gemeinde, unser heutiger Predigttext lässt uns an einer Hochzeit teilnehmen. – Wann waren wir das letzte Mal auf einer Hochzeit? Wann haben wir das letzte Mal mit vielen anderen Menschen zusammen unbeschwert gefeiert? Ohne Angst, uns dabei anzustecken; ohne Sorge, dabei irgendeine Corona- Regel zu übertreten? – Es kommt uns vor wie eine halbe Ewigkeit. Dabei brauchen wir Menschen solche Hoch- Zeiten ganz dringend. Wir brauchen diese unbeschwerten Stunden, in denen wir die Niederungen des Alltags auch mal hinter uns lassen können und wieder merken, dass das Leben mehr ist als Mühe und Arbeit. – Doch auch mitten in einer Hoch-Zeit kann es uns manchmal bewusst werden, dass nichts auf dieser Welt selbstverständlich ist. Gerade dann, wenn es am schönsten ist, werden wir mitunter von einer Minute auf die andere auf den Teppich heruntergeholt und alle Freude scheint urplötzlich aus und vorbei zu sein. - Genauso war das auf dieser Hochzeit, von der uns im Johannesevangelium erzählt wird. Urplötzlich ging es von Mund zu Mund: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Etwas Peinlicheres kann es für ein Hochzeitspaar oder überhaupt für Menschen, die ein Fest ausrichten, wohl gar nicht geben: Dass nicht genug da ist, um die Gäste würdig zu versorgen. Dass die Gäste einen Mangel wahrnehmen, dem der Gastgeber nicht abhelfen kann. – Hören wir nun, wie es auf dieser Hochzeit in Kana in Galiläa weiterging. Aus Joh 2 die Verse 1-11

Was für eine erstaunliche Geschichte, liebe Gemeinde! Der Evangelist Johannes erzählt von einer Hochzeit und die Braut wird mit keiner Silbe erwähnt. Die Braut kommt in der ganzen Geschichte nicht vor und auch der Bräutigam taucht nur ein einziges Mal kurz auf; als der Speisemeister ihn tadelt, weil er den guten Wein so lange zurückgehalten hat. - Vielleicht sind ja wir in dieser Geschichte die Braut. Vielleicht wird hier von unserer Hochzeit erzählt. Wir, die Gemeinde, sind die Braut, und unser Bräutigam ist Jesus. Im nächsten Kapitel des Johannesevangeliums, in Joh 3, 29, wird genau dieser Gedanke zum Ausdruck gebracht. Johannes der Täufer spricht da über Jesus und sagt: „Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam.“ Also, liebe Gemeinde, es geht in unserem heutigen Predigttext nicht nur um irgendeine Hochzeitsfeier vor 2000 Jahren. Nein: Es geht in dieser biblischen Geschichte um uns, um unsere Hoch- Zeit mit Jesus. Er ist sozusagen unser Bräutigam und muss sich diesen Vorwurf gefallen lassen: Warum hast du das Gute deinen Gästen so lange vorenthalten? – Und wir sind die Braut, die mitten in der Hoch-Zeit ihres Lebens auf einmal merkt, dass nichts auf dieser Welt selbstverständlich ist. Von einer Minute auf die andere kann die Stimmung komplett kippen. Wenn dieser Satz erst mal im Raum steht – „sie haben keinen Wein mehr“ -, dann ist es für alle schlagartig klar, wie bedroht unser Glück ist. Dass alles in Hülle und Fülle vorhanden ist, ist eben gerade nicht der Normalzustand. Wir Menschen sind von uns aus nicht dazu in der Lage, unseren Mitmenschen und uns selbst etwas wahrhaft Gutes zu schenken. Wir sind und wir bleiben darauf angewiesen, dass Gott uns hilft. Wir brauchen Jesus, seinen Sohn, in unserer Mitte, denn ohne Jesus können wir nur noch unseren Mangel verwalten. Maria, die Mutter Jesu, scheint das verstanden zu haben. Und wie wird sie dann von ihrem eigenen Sohn brüskiert! „Was habe ich mir dir zu schaffen, Frau?“ Ist das nicht ein Schlag ins Gesicht, wenn der eigene Sohn die Mutter nicht mehr Mutter, sondern Frau nennt? Und wenn er ihr unzweideutig zu verstehen gibt, dass er nicht dazu bereit ist, auf sie zu hören? - Maria könnte in dieser Geschichte zu unserem Vorbild werden. Warum? Weil sie sich nicht unterkriegen lässt. Nicht einmal von Jesus. Weil sie es erträgt, dass Jesus nicht auf der Stelle so reagiert, wie sie das gerne gehabt hätte. Maria beweist hier eine unglaublich „große Kuttel“, wie der Schwabe zu sagen pflegt; oder vornehm ausgedrückt: sie hat eine unheimlich große Frustrationstoleranz. Und genau das brauchen auch wir, liebe Gemeinde. Auch wir müssen es immer wieder ertragen, dass Gott oder Jesus scheinbar nicht auf uns hört; dass wir den Eindruck haben, er zeige auch uns die kalte Schulter, obwohl wir doch seine Hilfe so sehr nötig haben. Obwohl Jesus seine Mutter so barsch abgefertigt hatte, sagt sie zu den Dienern: „Was er euch sagt, das tut.“ Maria lässt sich nicht beirren in ihrer Hoffnung, dass Jesus – obwohl er ihr diesbezüglich nun wirklich überhaupt keine Hoffnung gemacht hatte – doch noch einschreiten und die Lage zum Positiven verändern wird. Und dann geschieht das Wunder. Jesus handelt. Jesus spricht tatsächlich mit den Dienern. Und dann wird wirklich alles gut. Dann gibt es Wein in Hülle und Fülle; über 600 Liter besten Qualitätswein. Wenn Jesus einschreitet, wenn Gott es will, dann kann der Mangel überwunden werden. Dann kann aus jeder Situation tatsächlich wieder eine Hoch- Zeit werden. – Seien wir ehrlich, liebe Gemeinde: Auch wir haben das schon so oder so ähnlich erleben dürfen. Dass unserem Mangel abgeholfen wurde, dass es auf einmal wieder unglaublich schön war. In Durstzeiten unseres Lebens sollten wir uns also Maria zum Vorbild nehmen und uns nicht von negativen Erfahrungen den Mut rauben lassen. Und wenn wir dann tatsächlich mal wieder beste Qualität geschenkt bekommen, sollten wir es einfach nur dankbar genießen. Obwohl ich selber – wie Sie ja vermutlich schon wissen – gar keinen Wein trinke, finde ich unseren heutigen Predigttext eine tolle Geschichte. Das erste Zeichen, das Jesus seinen Jüngern gewährt, das erste Wunder, das uns im Johannesevangelium erzählt wird, ist, dass Jesus aus nichts als Wasser hervorragenden Wein macht. Wir müssen also als Christen keine Asketen sein. Wir dürfen das Leben genießen. Wenn es uns mal so richtig gut geht, müssen wir uns nicht dafür schämen. Nein: Das erste Zeichen, das Jesus uns gibt, lautet: Du sollst keinen Mangel leiden, sondern du darfst genießen. Genieße den Augenblick. Genieße dein Leben. Das Beste soll für dich gerade gut genug sein. Und wenn ich, Jesus, in den Hoch- Zeiten deines Lebens bei dir bin, dann wirst du wirklich die Fülle haben.
Amen.

„Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist“

– dieses Lied wurde von Klaus Peter Hertzsch für eine Hochzeit geschrieben! (EG 395, 1-3)

hier. anhören und mitsingen

1 Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

2 Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.:

3 Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit

Wir beten:

Herr Jesus Christus,
du bist auf diese Welt gekommen, damit wir das Leben haben.
Leben in Fülle hast du für uns vorgesehen.
– Manchmal spüren wir aber nicht viel davon.
Manchmal ist das Leben für uns eher eintönig oder gar eine Qual.
Aber du hast doch damals deinen Jüngerinnen und Jüngern dieses Zeichen gegeben:
Wein in Hülle und Fülle; pure Lust am Leben.
Wir bitten dich:
Erbarm dich unser und verwandle unsere Trostlosigkeit und Verzagtheit in neuen Mut und neue Freude.
Schenke uns immer wieder auch solche Stunden und Tage, die sich vom normalen Alltag wohltuend abheben, die wir wirklich als Hoch-Zeit erleben und genießen können.
Guter Gott, wir bitten dich für uns selbst und für alle Menschen:
Hilf allen Völkern dieser Erde, die Corona-Pandemie zu überwinden;
sei du mit deinem guten Geist bei allen Menschen, die krank sind,
und bei allen, die sich um die Kranken kümmern.

Wir beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden