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Gottesdienst für zu Hause - 14. Februar 2021

Begrüßung

Liebster Jesus, wir sind hier

 

Strophe 1
Liebster Jesus, wir sind hier,
Dich und Dein Wort anzuhören!
Lenke Herzen und Begier
hin auf Dich und Deine Lehren,
dass die Herzen von der Erden
ganz zu Dir gezogen werden!


Strophe 2
Unser Wissen und Verstand
ist mit Finsternis umhüllet,
wo nicht Deines Geistes Hand
uns mit hellem Licht erfüllet
Gutes denken, tun und dichten
musst Du selbst in uns verrichten.

 

Strophe 3
O Du Glanz der Herrlichkeit,
Licht vom Licht, aus Gott geboren,
mach uns allesamt bereit
öffne Herzen, Mund und Ohren!
Unser Bitten, Flehn und Singen
lass, Herr Jesu, wohl gelingen.

Text: Tobias Clausnitzer
(*1619 †1684)

Psalm 37 vorlesen

Gebet

Du Gott der Liebe!

In deinem Sohn Jesus Christus
bist du den Weg des Leidens selbst gegangen.
Und auch heute noch leidest du immer wieder – an uns, an unserer Gleichgültigkeit und an unserer Selbstgerechtigkeit.
– Wir spüren sehr wohl,
wo wir deiner Liebe im Weg stehen. Und doch fehlt uns oft der Mut zur Umkehr.
Vergib uns und hilf uns,
dass wir uns deinem Wort heute nicht verschließen.
Sei du jetzt bei uns mit deinem Heiligen Geist und öffne uns

Ohren, Herz und Hände.

 

– Wir beten in der Stille.

 

Lieber Vater im Himmel!

Du hörst unser Gebet.

Dafür danken wir dir.

Amen.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Jesus Christus spricht: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

 

Mit dem Wochenspruch aus Lk 18 heiße ich Sie alle herzlich willkommen zum Gottesdienst am Sonntag Estomihi, dem Sonntag vor Beginn der Passionszeit.

 

„Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören“ – von Lied Nr. 161 die Str. 1-3

Liebster Jesus, wir sind hier

Das Lied vorsingen zum Mitsingen hier

Wir beten im Wechsel Ps 37 – im Gesangbuch finden Sie ihn unter der Nr. 720

 

Befiehl dem Herrn deine Wege

und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen

 

und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht

und dein Recht wie den Mittag.

 

Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.

Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.

 

Bleibe fromm und halte dich recht;

denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.

 

Der Herr hilft den Gerechten,

er ist ihre Stärke in der Not.

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, Amen

Gebet vorlesen - Du Gott der Liebe

„Brich mit den Hungrigen dein Brot“ – von Lied Nr. 420 die Str. 1-4

 

1 Brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort,
sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus.

 

2 Such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot,
sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied.

 

3 Teil mit den Einsamen dein Haus, such mit den Fertigen ein Ziel,
brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort.

 

4 Sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus,
such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot.

 

Das Lied zum Mitsingen hier

Predigt über Jes 58, 1-9a

 

Sie waren von Gott enttäuscht. Denn sie hatten sich echt angestrengt. Sie hatten wirklich versucht, Gott zu gefallen. – Damals im alten Israel hat man ja noch nicht gefastet, um dabei sich selbst – dem eigenen Körper - etwas Gutes zu tun: Nein: Damals hatte das Fasten noch eine stark religiöse Dimension. Die Menschen fasteten, weil sie Gott imponieren wollten; weil sie hofften, dass Gott sich davon würde beeindrucken lassen. Aber nichts dergleichen war geschehen. Ganz im Gegenteil: Obwohl die Menschen sich selbst für so religiös hielten, hatten sie den Eindruck, dass Gott sich von ihnen immer mehr entferne. Und so waren sie frustriert und wütend. Wir rackern uns ab, und du, Gott, honorierst das nicht. Ist das nicht ungerecht? Was denkst du dir bloß dabei? Wir kasteien unseren Leib, verzichten auf leckeres Essen und edle Getränke, und du, Gott, zeigst uns die kalte Schulter? – Frust, Enttäuschung und Wut. Liebe Gemeinde, das sind Gefühle, die auch uns nach mittlerweile 11 Monaten Corona- Pandemie ganz bestimmt nicht fremd sind. Wie kannst du, Gott, das bloß zulassen? Ist das nicht ungerecht, dass wir seit fast einem Jahr schon kein normales Leben mehr führen können? Auch in unserer Kirchengemeinde ist außer dem sonntäglichen Gottesdienst inzwischen so gut wie alles zum Erliegen gekommen. - Frust, Enttäuschung und Wut. Urmenschliche Gefühle. Und es ist gut, wenn der Mensch dazu in der Lage ist, seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen und nicht immer nur alles runterschluckt oder in sich hineinfrisst. - Der Mensch hat Gefühle, positive wie negative; das ist uns bekannt, liebe Gemeinde. – Aber ist uns auch bekannt, dass nicht nur wir Menschen Gefühle haben, sondern auch Gott? Zumindest der Gott der Bibel ist voll von Emotionen. Und in unserem heutigen Predigttext verschafft Gott seinem Ärger ordentlich Luft. Denn auch er ist wütend und frustriert. Es käst Gott an, dass die Leute ihn auf die Anklagebank setzen. Nur weil sie regelmäßig fasten, meinen sie das Recht zu haben, ihm, ihrem Herrn und Gott, Vorschriften machen zu dürfen!? - Sein Prophet bekommt deshalb von Gott die Aufgabe, dem Volk mal ordentlich den Marsch zu blasen. - Nun: Wir sind nicht die Menschen, die damals im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt in Judäa gelebt haben. Wir fasten nicht, zumindest fasten wir nicht, weil wir damit Gott gefallen wollten. Und doch werden diese zornigen Worte Gottes heute auch uns als Predigttext zugemutet. Aus Jes 58 hören wir die Verse 1-9a

 

Rufe laut, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! Sie suchen mich täglich und wollen gerne meine Wege wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie wollen, dass Gott ihnen nahe sei. »Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst's nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit oder seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat? Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen und der HERR wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.

 

Gott dreht hier den Spieß um, liebe Gemeinde. Nicht nur die Menschen sind frustriert, sondern auch er hat die Nase gestrichen voll. Damals im alten Israel ging es ums Fasten. Ja, die Leute haben gefastet. Aber diese religiöse Übung hatte für sie eine Art Alibifunktion. Sie haben so getan, als ob sie sich vor Gott demütigen würden, aber im Umgang mit ihren Mitmenschen waren sie nach wie vor äußerst unbarmherzig und ungnädig. Was Gott aber am Allermeisten aufregte, war die Selbstverständlichkeit, mit der die Leute meinten, das Recht zu haben, ihn, Gott, beurteilen zu dürfen. Wenn wir fasten, musst du, Gott, dich so und so verhalten. Warum bist du uns so fern, Gott? Warum hilfst du uns nicht? Eine Hand wäscht doch die andere. Wir tun was für dich, also musst du auch für uns da sein. – Was für eine Anmaßung! Der Mensch verkennt seine Stellung. Er tut so, als ob er mit Gott auf ein und derselben Stufe stehen würde. Aber Gott lässt sich von uns nicht manipulieren. Gott ist frei. Wenn er will, kann er uns nahekommen. Aber er kann sich uns Menschen auch entziehen. Gott kann uns auch einen Spiegel vorhalten und uns zeigen, wie das ist, wenn der eine vom anderen nichts wissen will. Die Leute damals haben zwar so einiges getan, um Gott zu gefallen, aber ihre Mitmenschen haben sie links liegen gelassen. Vor allem diejenigen, denen sie hätten helfen sollen. „Entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut“, lässt Gott denen, die ihn auf die Anklagebank setzen wollen, durch seinen Propheten ausrichten. Ja, Gott dreht den Spieß um. Nicht nur du, lieber Mensch, hast das Recht, enttäuscht und gefrustet zu sein. Auch ich, dein Herr und Gott, bin voller Frust und Wut. Dein ständiges Selbstmitleid ist mir zuwider. Wer bist du denn, Mensch, dass du meinst, mit mir, deinem Gott, ins Gericht gehen zu dürfen? Schau nicht immer nur auf die Punkte, wo du meinst, da sei dir Unrecht widerfahren, da seist du im Leben mächtig zu kurz gekommen. Nein! Du musst endlich zur Kenntnis nehmen, dass genau das, was du mir, deinem Gott, vorwirfst, auch dein Markenzeichen ist. Es geht nicht immer nur darum, dass du das Gefühl hast, ich, dein Gott, sei dir nicht nahe genug. Nein: Zunächst einmal geht es darum, ob du deinen Mitmenschen nahe bist. Kümmert es dich, wenn es den Menschen neben dir schlecht geht? Nimmst du es überhaupt wahr, wenn sie Hilfe brauchen? Und wenn du es schon wahrnimmst, bist du dann bereit, auch mal selber die Initiative zu ergreifen? Oder schreist du dann immer nur nach den anderen? Der Staat soll helfen; die Kirche müsste sich mehr einsetzen; die Reichen sollten mehr spenden. „Entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut“. Hilf denen, die deine Hilfe nötig haben. Dann wirst du Nähe erfahren. Die Nähe der Menschen, mit denen du dein Brot teilst. – Liebe Gemeinde, das ist natürlich in Corona- Zeiten das Problem, dass wir auf Abstand getrimmt werden. Wir dürfen und wir sollen niemandem zu nahekommen. Aber auf unsere Mitmenschen Acht geben ist trotzdem möglich. Den anderen Gutes tun, sie unterstützen, für sie da sein. So gut wie wir es eben können. Lieber einem oder zwei Menschen helfen als gar keinem. Und vor allem eben nicht immer nur sich über die angebliche Ungerechtigkeit des Lebens beklagen. - Klar, vieles in unserem Leben verstehen wir nicht. Und trotzdem möchte der heutige Predigttext uns dafür sensibilisieren, dass wir uns und unsere Gefühle nicht zu sehr in den Mittelpunkt rücken sollten. Auch Gott hat das Recht, gefrustet zu sein. Vielleicht sollten wir ab und zu mal innehalten und uns überlegen, was in Gott wohl vorgehen mag, wenn er uns wahrnimmt. Zum Beispiel abends könnten wir uns ein wenig Zeit nehmen, um den vergangenen Tag zu reflektieren und zu überlegen: Was habe ich heute alles gesagt und getan? Was davon hat Gott wohl gefallen und was hat ihn vermutlich eher geärgert? Und dann könnten wir mit ihm reden. Und ihn ehrlich um Verzeihung bitten für das, was an diesem Tag nicht so gut gelaufen ist. Denn Gott ist und bleibt barmherzig. Wenn wir unsere Fehler einsehen, wird er seinen Frust überwinden und uns unsere Schuld vergeben. Amen.

„Wo Menschen sich vergessen“
– aus dem Heft Neue Lieder Lied Nr. 93, die Str. 1-3

 

1) Wo Menschen sich vergessen,die Wege verlassen.
Und neu beginnen, ganz neu.

 

Refrain:
Da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns.

 

2) Wo Menschen sich verschenken,
die Liebe bedenken.
Und neu beginnen, ganz neu.

Refrain:
Da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unteruns,
da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns.

 

3) Wo Menschen sich verbünden,
den Hass überwinden.
Und neu beginne, ganz neu.

 

Refrain:
Da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns.

 

Text: Thomas LaubachMusik: Christoph Lehmann

Das Gebet anhören

Wir beten:

Barmherziger Gott,
du weißt es wohl, denn du kennst unser Herz:
Wir haben oft Angst, wir kämen zu kurz,
haben Angst, unser Leben würde nicht gelingen,
wenn wir nicht selbst für uns sorgten.

Wichtiger als dein Wille ist uns deshalb unser Wille;
nicht die Liebe zum Nächsten,
sondern die Liebe zu uns selbst
regiert dann oftmals unser Leben.

Lieber Vater im Himmel, wir bitten dich:
Lass uns durch deinen Sohn Jesus Christus,
der sein Leben für uns dahingab, erkennen und erfahren, dass wir uns selbst nur dann finden
und verwirklichen können, wenn wir nicht ständig fragen: Wie komme ich zu meinem Recht?,
sondern wenn wir stattdessen fragen:
Wie kann dein Wille, HERR, auch durch mich geschehen?

 

Guter Gott, wir bitten dich:
Mache auch uns zu Werkzeugen deines Willens in dieser Welt;
hilf uns so zu leben, dass es dir gefällt.

 

Wir beten gemeinsam:

 

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.