StartseiteKerze - Glocken - HausgebetAndacht, Gebets- und Liedvorschlag für den Karfreitag

Andacht, Gebets- und Liedvorschlag
für den Karfreitag

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, ich schreie, aber meine Hilfe ist fern.

(aus Psalm 22)

Lied

O Haupt voll Blut und Wunden

 

1) O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden
mit einer Dornenkron, o Haupt,
sonst schön gezieret
mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber hoch schimpfieret:
gegrüßet seist du mir!

 

2) Du edles Angesichte,
davor sonst schrickt
und scheut das große Weltgewichte:
wie bist du so bespeit,
wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,
dem sonst kein Licht nicht gleichet,
so schändlich zugericht'?

 

3) Nun, was du, Herr, erduldet,
ist alles meine Last;
ich hab es selbst verschuldet,
was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer,
der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbarmer,
den Anblick deiner Gnad.

 

4) Erkenne mich, mein Hüter,
mein Hirte, nimm mich an.
Von dir, Quell aller Güter,
ist mir viel Guts getan;
dein Mund hat mich gelabet
mit Milch und süßer Kost,
dein Geist hat mich begabet
mit mancher Himmelslust.

 

5) Ich will hier bei dir stehen,
verachte mich doch nicht;
von dir will ich nicht gehen,
wenn dir dein Herze bricht;
wenn dein Haupt wird erblassen
im letzten Todesstoß,
alsdann will ich dich fassen
in meinem Arm und Schoß.

 

6) Es dient zu meinen Freuden
und tut mir herzlich wohl,
wenn ich in deinem Leiden,
mein Heil, mich finden soll.
Ach möcht ich, o mein Leben,
an deinem Kreuze hier
mein Leben von mir geben,
wie wohl geschähe mir!

 

7) Ich danke dir von Herzen,
o Jesu, liebster Freund,
für deines Todes Schmerzen,
da du´s so gut gemeint.
Ach gib, dass ich mich halte
zu dir und deiner Treu
und, wenn ich einst erkalte,
in dir mein Ende sei.

 

8) Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir,
wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür;
wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

 

9) Erscheine mir zum Schilde,
zum Trost in meinem Tod,
und lass mich sehn dein Bilde
in deiner Kreuzesnot.
Da will ich nach dir blicken,
da will ich glaubensvoll
dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl.

 

Paul Gerhardt

Zum Nachdenken

Der den Wein austeilt, muss Essig trinken.
Der die Hand nicht hebt zur Abwehr,
wird geschlagen.
Der den Verlassenen sucht, wird verlassen.
Der nicht schreien macht, schreit überlaut.
Der die Wunde heilt, wird durchbohrt.
Der den Wurm rettet, wird zertreten.
Der nicht verfolgt, nicht verrät, wird ausgeliefert.
Der nicht schuld ist, der Unschuldige,
wird gequält.
Der lebendig macht, wird geschlachtet.
Der Henker begnadigt, stirbt gnadenlos.

 

Rudolf Otto Wiemer

Gebet

 

Gott,

es wird still heute
  in deinen Kirchen
  auf den Straßen
  in den Clubs der Stadt.

Es fällt uns schwer
  dein Kreuz anzuschauen
  und zu verstehen, was das soll
das Zeichen der Not
  inmitten von Vernichtung und Hass
  inmitten des Grauens unserer Welt

Es fällt uns schwer
  von deinem Schrei am Kreuz zu hören
  denn wir hören so viel Geschrei
      immer wieder
      ohne Ende

das ist doch nicht das Ende deines Weges, Oder?

Nimm uns mit auf deinen Weg
  sei Kraftspender
  sei  Gedankengeber
  sei  Perspektivenwechsler

Gerade heute.
  in all der Stille
  bei all dem Grauen.

Amen.

 

Jan Ehlert / 14.04.2017

Zum Nachdenken

Golgatha

Drei Räuber
kreuzigte man heute
auf Golgatha

Der Linke nahm mir mein Geld.
Der Rechte nahm mirmein Gut.
Der in der Mitte nahm mir meine Schuld.

Auf Golgatha
kreuzigte man heute
drei Räuber.

LotharZenetti