StartseiteKerze - Glocken - HausgebetAndacht, Gebets- und Liedvorschläge für den 8. Mai - 75 Jahre Kriegsende

Andacht, Gebets- und Liedvorschläge für den 8. Mai - 75 Jahre Kriegsende

Lied

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Verleih uns Frieden gnädiglich,
Herr Gott, zu unsern Zeiten.
Es ist doch ja kein andrer nicht,
der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott, alleine.

Psalm 22

Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?

(Felix Mendelssohn Bartholdy)

Lied 

Der Herr ist mein Licht

Der Herr ist mein Licht,
ist mein Licht und ist mein Heil,
was fürcht ich noch!
Der Herr ist die Kraft meines Lebens allein,
vor wem sollte mir noch graun!
Ob das Heer auch der Bösen drohet,
ich fürchte mich nicht;
Ob wild sich Krieg erhebet,
auf Ihn allein verlass ich mich!
Eins nur, ach Eines bitt ich vom Herrn,
eines hätte ich gern:
Das ich möchte bleiben im Hause des Herrn!
Alle Zeit!

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Gedicht von Andreas Gryphius (*1616, † 1664)

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Tränen des Vaterlands

Wir sind doch nunmehr ganz,
ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert,

die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.
Die Türme stehn in Glut,
die Kirch' ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Grauß,
die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd't,
und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest, und Tod,
der Herz und Geist durchfähret.
Hier durch die Schanz' und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr,
als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft,
sich langsam fort gedrungen.
Doch schweig' ich noch von dem,
was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest,
und Glut und Hungersnot,
Dass auch der Seelen Schatz,
so vielen abgezwungen.

Gebet

Feier des Lebens

Mitten in Hunger und Krieg
feiern wir, was verheißen ist: Fülle und Frieden.
Mitten in Drangsal und Tyrannei
feiern wir, was verheißen ist: Hilfe und Freiheit.
Mitten in Zweifel und Verzweiflung
feiern wir, was verheißen ist:
Glauben und Hoffung
Mitten in Furcht und Verrat
feiern wir, was verheißen ist: Freude und Treue.
Mitten in Hass und Tod
feiern wir was verheißen ist: Liebe und Leben.

Mitten in Sünde und Hinfälligkeit
feiern wir, was verheißen ist:
Rettung und Neubeginn
Mitten im Tod, der uns von allen Seiten umgibt,
feiern wir, was verheißen ist
durch den lebendigen Christus.
Kyrie eleison

Weltkirchenkonferenz Vancover 1984

Lied Reinhard Mey (*1942)

Der irrende Narr

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Dem Haus den Rücken zugewandt
Die graue Mütze in der Hand
Sein Blick zur Seite, halb zurück
Ein Hund folgt knurrend ihm ein Stück
Er zögert, bleibt noch einmal steh'n
Und wendet sich im Weitergeh'n
Zurück zu dem, was einmal war –
Der irrende Narr
Ein Weiser, seiner Welt entfloh'n
Halb Heil'ger, halb verlor'ner Sohn
Spricht zu sich selbst in seinem Trott
Und plaudert mit dem lieben Gott –
Der irrende Narr.

Sein Blick, verwaschen wie sein Kleid
Vom Wind, vom Regen, von der Zeit
Und von der Sonne ausgebleicht
Und so schwer, wie sein Brotkorb leicht
Die Schuh' erbärmlich wie sein Rock
Die Glieder wie sein Wanderstock
Und wie sein Sinn unbeugsam starr –
Der irrende Narr

War's Antiochus im heil'gen Land
Der Fall von Flandern und Brabant
War's Zuidcote oder Stalingrad
Das ihm die Seele zerbrochen hat
Mit seinem Gestern zum Geleit
Verliert er sich in Raum und Zeit
Und wird sein Heut' nicht mehr gewahr –
Der irrende Narr

So zieht er weiter für und für
So steht er draußen vor der Tür
Und bittet um ein wenig Brot
Er riecht nach Armut und bitt'rer Not
Du gibst ihm reichlich Brot und Wein
Aber du bittest ihn nicht herein
Er dankt und lächelt sonderbar –
Der irrende Narr

Dem Haus den Rücken zugewandt
Die graue Mütze in der Hand
Sein Blick zur Seite, halb zurück
Ein Hund folgt knurrend ihm ein Stück
Er zögert, bleibt noch einmal steh'n
Und wendet sich im Weitergehn
Zurück zu dem, was einmal war –
Der irrende Narr

Quelle: Musixmatch

 

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