Gottesdienst zum 2. Mai 2021
Sonntag Kantate

Nordheim - Altarschmuck
Nordheim - Altar

Vorspiel
Tylman Susato:
Bransle Quatre Bransles
Stuttgarter Posaunen Consort

Pfarrer Dr. Oliver Groll
Pfarrer Dr. Oliver Groll

Wir sind versammelt im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

„Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.“

Mit dem Wochenspruch aus Psalm 98 heiße ich Sie herzlich willkommen zum Gottesdienst am Sonntag Kantate,
dem vierten Sonntag nach Ostern.

 

„Du, meine Seele, singe“
– von Lied Nr. 302 singen wir die Strophen 1-3 u. 8

Vorlesen

Du meine Seele, singe


1) Du meine Seele, singe, / wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge / zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben / hier preisen auf der Erd;
ich will Ihn herzlich loben, / solang ich leben werd.

 

2) Wohl dem, der einzig schauet / nach Jakobs Gott und Heil!
Wer dem sich anvertrauet, / der hat das beste Teil,
das höchste Gut erlesen, / den schönsten Schatz geliebt;
sein Herz und ganzes Wesen / bleibt ewig ungetrübt.

 

3) Hier sind die starken Kräfte, / die unerschöpfte Macht;
das weisen die Geschäfte, / die Seine Hand gemacht:
der Himmel und die Erde / mit ihrem ganzen Heer,
der Fisch unzähl'ge Herde / im großen wilden Meer.

 

 

8) Ach ich bin viel zu wenig, / zu rühmen Seinen Ruhm;
der Herr allein ist König, / ich eine welke Blum.
Jedoch weil ich gehöre / gen Zion in Sein Zelt,
ist's billig, daß ich mehre / Sein Lob vor aller Welt.

Die Rensch Orgel der Bartolomäuskirche
Die Rensch Orgel der Bartolomäuskirche

Den Psalm anhören und mitsprechen

Zierwerk an der Orgel - "Ich bin der Weinstock ..."
Zierwerk an der Orgel - "Ich bin der Weinstock ..."

Wir beten im Wechsel Psalm 98
– im Gesangbuch finden Sie ihn unter der Nr. 739

 

Singet dem Herrn ein neues Lied,

denn er tut Wunder.

Er schafft Heil mit seiner Rechten

und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr lässt sein Heil kundwerden;

vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.

Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,

aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Jauchzet dem Herrn, alle Welt,

singet, rühmet und lobet!

Lobet den Herrn mit Harfen,

mit Harfen und mit Saitenspiel!

Mit Trompeten und Posaunen

jauchzet vor dem Herrn, dem König!

Das Meer brause und was darinnen ist,

der Erdkreis und die darauf wohnen.

Die Ströme sollen frohlocken,

und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn;

denn er kommt, das Erdreich zu richten.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit

und die Völker, wie es recht ist.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang,
jetzt und immerdar und von Ewigkeit
zu Ewigkeit. Amen, Amen

Das Gebet anhören

... ihr seid die Reben.
... ihr seid die Reben.

Lebendiger Gott,
du hast uns Atem eingehaucht
und du hast uns eine Stimme gegeben,
damit wir dich preisen und vor den Menschen bezeugen.
Und für unsere Seele schenkst du uns die Musik.
Sie tröstet uns, weckt Hoffnung und befreit.
Lass in unseren Herzen deine Melodie erklingen,
damit wir in deinem Rhythmus leben,
jetzt und allezeit.
Amen.

 

 

„Ich sing dir mein Lied“
– aus dem Heft Neue Lieder
singen wir von Lied Nr. 56 die Strophen 1-5

Ich sing dir mein Lied
 

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde,
du Quelle des Lebens, dir sing ich mein Lied.

 

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben
von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst,
du Hüter des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

 

Ich sing dir mein Lied, in Ihm klingt mein Leben.
Die Tonart, den Takt hast du mir gegeben
von Nähe, die heil macht – wir können dich finden,
du Wunder des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

 

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Höhen, die Tiefen hast du mir gegeben.
Du hältst uns zusammen trotz Streit und Verletzung,
du Freundin des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

 

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Töne den Klang hast du mir gegeben
von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen
du Zukunft des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Version

Posaunenchor Nordheim
Posaunenchor Nordheim

Predigt über Lukas 19, 37-40

Liebe Gemeinde, ist Ihnen das auch schon mal passiert: Dass Sie - leise oder auch laut - vor sich hingesungen haben und auf einmal ist es Ihnen eingefallen: O je, eigentlich dürfte ich jetzt gar nicht singen. Was sollen denn da die anderen bloß von mir denken? Von mir wird doch erwartet, dass ich traurig bin - und nicht, dass ich singe.

Aber Sie haben nun mal gesungen. War das jetzt schlimm oder war es okay?

Dürfen wir singen, obwohl es sowohl in unserem privaten Leben als auch auf dieser Welt so viel Trauriges und Schlimmes gibt, dass es uns ja in der Tat auch den Hals zuschnüren könnte? Dürfen wir singen, obwohl Corona immer noch längst nicht besiegt ist? Dürfen wir singen, obwohl jeden Tag so viele Menschen sterben, an Corona, an Hunger oder an was auch immer?

Unser heutiger Predigttext aus dem Lukasevangelium berichtet uns vom Einzug Jesu in Jerusalem. Auch da wurde gesungen, oder zumindest wurde lauthals Gott gelobt und gepriesen. Und auch da gab es warnende Stimmen, die von den Jüngerinnen und Jüngern mehr Zurückhaltung forderten. Lesen Sie nun aus Lukas 19 die Verse 37-40

 

Liebe Gemeinde! Diese Pharisäer meinten es gut mit Jesus. - Wir haben von den Pharisäern ja meist ein sehr schlechtes Bild. Aber im Lukasevangelium, das - was die Pharisäer anbelangt - den tatsächlichen historischen Sachverhalt wohl am zutreffendsten wiedergibt, wird es immer wieder deutlich, dass Jesus dieser religiösen Gruppierung relativ nahestand:

Pharisäer haben Jesus zum Essen eingeladen, um mit ihm zu diskutieren. Und sie haben Jesus wiederholt gewarnt. Bereits in Lk 13 wird uns berichtet, dass einige Pharisäer Jesus den Tipp gaben, möglichst schnell zu verschwinden, weil der Landesfürst Herodes ihm nach dem Leben trachte. Und auch in unserem heutigen Predigttext, in Lk 19, haben die Pharisäer es gut mit Jesus gemeint.

Wie der Fortgang der Geschichte zeigt, haben sie die Situation durchaus richtig eingeschätzt. Sie waren sich darüber im Klaren, dass, wenn dieser lautstarke Einzug Jesu publik werden würde, es für Jesus sehr schnell sehr gefährlich werden könnte. Vor allem wenn die Anhängerschaft Jesu ihn als den kommenden König ausrufen würde, also als den heiß ersehnten Messias, der Israel von den Römern befreien werde: Dann könnten sehr schnell die jüdischen Oberpriester und Ältesten, die an Ruhe und Ordnung interessiert waren, um den Status quo nur ja nicht in Frage zu stellen, und die römische Besatzungsmacht gemeinsame Sache machen.

Und genau diese Befürchtung der Pharisäer, dass die sadduzäische Oberschicht und die Römer sich gemeinsam gegen Jesus verbünden könnten, ist dann ja in der Tat sehr schnell Wirklichkeit geworden.

Aber nun zurück zum Einzug Jesu in Jerusalem. Die Menge seiner Jüngerinnen und Jünger ist nicht zu bremsen. Sie sind nicht leise, sondern laut. Mit lauter Stimme loben sie Gott für all die Taten, die Jesus vollbracht hat und die sie mit eigenen Augen gesehen haben. Für die Jüngerinnen und Jünger steht es fest: Jesus ist der König. Jetzt wird genau das Wirklichkeit, was bereits beim Propheten Sacharja angekündigt worden war. „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“

Und so ließen die aus Galiläa stammenden Jüngerinnen und Jünger es sich nicht nehmen, die Jerusalemer Bevölkerung mit lautstarker Stimme darauf vorzubereiten, dass jetzt tatsächlich der König Israels in der Hauptstadt seinen Einzug hält. Wie wir ebenfalls aus dem Lukasevangelium wissen, war die Anhängerschaft Jesu damals zutiefst davon überzeugt, dass mit dem Auftritt des Messias in Jerusalem das Reich Gottes endgültig offenbar werden würde und die Befreiung Israels von all seinen Feinden unmittelbar bevorstehe.

Diese Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Der Messias wurde von der römischen Besatzungsmacht hingerichtet; die Feinde Israels, die Römer, blieben im Land. - Bis auf den heutigen Tag ist ja die von den Propheten verheißene Erlösung Israels noch nicht vollumfänglich Wirklichkeit geworden. (Nur erste Anfänge sind sichtbar; immerhin leben die Juden wieder in ihrem Land und haben einen eigenen Staat.)

 

Die Pharisäer jedenfalls haben Jesus damals gewarnt: „Meister, weise doch deine Jünger zurecht“. Also: Lass es nicht zu, dass deine Jünger durch ihre lautstarken Jubelrufe die Stimmung immer noch mehr anheizen; du begibst dich sonst in eine Gefahr, die dich schon bald das Leben kosten könnte. 

Und wie hat Jesus auf diesen gut gemeinten Ratschlag reagiert? Jesus sprach: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“

Jesus hat die Gefahr durchaus gesehen; aber er war nicht dazu bereit, seiner Anhängerschaft den Mund zu verbieten. Ganz bewusst hat er sich der Gefahr ausgesetzt. Und durch seine theatralische Aktion im Tempelvorhof - die so genannte „Tempelreinigung“ - hat er dann ja sogar noch zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Jesus hat seinen Tod regelrecht provoziert. Denn er hat es gewusst, dass sein himmlischer Vater genau diesen Weg für ihn vorgesehen hatte. Jesus sollte sterben, um durch seinen Tod am Kreuz nicht nur dem jüdischen Volk, sondern der ganzen Welt, also auch uns hier in Nordheim, die Versöhnung mit Gott zu ermöglichen.

 

Liebe Gemeinde, unsere Ausgangsfrage war ja gewesen: Dürfen wir singen, auch wenn die Situation ernst oder traurig ist? Dürfen wir Gott loben, obwohl es Corona gibt?

Jesus sagt: Ja. Denn wenn ihr euch den Mund verbieten lasst, werden die Steine schreien. Es gibt doch nicht nur das Traurige und Schlimme. Es gibt doch auch so viel Gutes und Schönes. Jede und jeder von euch hat doch genug Gründe, um laut zu werden, um mit lauter Stimme Gott zu loben und zu preisen.

Ja: Jesus ist damals dem Tod entgegen gegangen. Aber er ist eben nicht im Tod geblieben. Jesus wurde von seinem himmlischen Vater von den Toten auferweckt. Seine Auferstehung ist der Beweis dafür, dass Gott es kann! Gott kann und wird eines Tages auch uns aus dem Tode erretten. Und deshalb dürfen wir jetzt schon singen und jubeln.

„Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe“, so haben damals beim Einzug Jesu seine Jüngerinnen und Jünger gerufen. - Anders als in Lk 2 die himmlischen Heerscharen bei Jesu Geburt haben die Jünger übrigens nicht von einem Frieden auf Erden gesungen. Denn hier auf Erden ist noch kein Frieden. Aber als Christen dürfen wir trotzdem jetzt schon nach oben schauen. In dieser für unser menschliches Auge unsichtbaren Welt, die wir Himmel nennen, da ist jetzt schon Frieden. Und genau da ist Jesus angekommen, ist er jetzt bei seinem Vater. Und von dort wird er eines Tages wiederkommen, um als König Israels sein Volk zu erlösen und der ganzen Erde, also auch uns, den Frieden zu bringen.

Und deshalb dürfen wir es jederzeit tun, sofern uns danach zumute ist: Singen und tanzen, Gott loben und preisen. Dabei darf es ruhig auch mal laut werden. Amen.

 

 

„Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt“
Wir singen von Lied Nr. 611 die Strophen 1-3

Predigt vorlesen

Lesung
Lukas 19, 37-40

37 Und als er schon nahte und bei dem Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit lauter Stimme freudig Gott zu loben über alle die Wunderwerke, die sie gesehen hatten,
38 indem sie sagten: "Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn!" Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe!
39 Und etliche der Pharisäer aus der Volksmenge sprachen zu ihm: Lehrer, verweise es deinen Jüngern.
40 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.

Predigttext vorlesen

Neue-Wege-Chor Konzert 2019
Neue-Wege-Chor Konzert 2019
Nordheim-Neue-Wege-Chor Konzert 2019 -01
Kirchenchor beim Gottesdienst im Park
Kirchenchor beim Gottesdienst im Park
Posaunenchor beim Gottesdienst auf dem Bauernhof
Posaunenchor beim Gottesdienst auf dem Bauernhof
Nordheim - Posaunenchor - Kopf
Adventsmusik
Adventsmusik

1. Ich lobe meinen Gott,
Der aus der Tiefe mich holt damit ich lebe
(lebe, hallelujah)
Ich lobe meinen Gott,
Der mir die Fesseln löst damit ich frei bin
(frei bin, hallelujah)

Refrain:
Ehre sei Gott auf der Erde
In allen Straßen und Häusern
Die Menschen werden singen
Bis das Lied zu Himmel steigt
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden
Frieden auf Erden

 

2. Ich lobe meinen Gott,
Der mir den neuen Weg weist, damit ich handle
(handle, hallelujah)
Ich lobe meinen Gott,
Der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede
(rede, hallelujah)

Refrain:
Ehre sei Gott...

 

3. Ich lobe meinen Gott,
Der mir die Tränen trocknet, damit ich lache
(lache, hallelujah)
Ich lobe meinen Gott,
Der meine Angst vertreibt, damit ich atme
(atme hallelujah)

Refrain:
Ehre sei Gott...

Wir beten:

GOTT,
der du uns stärkst wie ein Vater
und uns tröstest wie eine Mutter!

Danke für die Melodien, in denen unsere Seele schwingt. Danke für die Musik, in der du uns berührst.
Danke für den Gesang, in dem wir dir nahe sind.

Wir bitten dich für die Menschen,
denen Gehör und Gesang verschlossen sind;
dass auch sie es wieder lernen,
dich für deine Güte zu preisen.

Wir bitten dich für diejenigen,
die im Lärm unserer Zeit deine Stimme nicht mehr hören;
dass dein Wort sie doch wieder erreicht und berührt.

Für die Verbitterten, die ihren Mund verschließen,
bitten wir dich; dass sie den Mut finden, dir ihre Not zu klagen.

Und für die von Verachtung und Hass Getriebenen
bitten wir dich, dass sie wieder mit sich selbst
und ihren Mitmenschen in Einklang kommen.

Wir beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Vorlesen

Nachspiel
Henry Mancini: Pink Panther (arr. by Ingo Luis for SPC)
played by Stuttgarter Posaunen Consort